Serie "Blickpunkt", 1999, bvz

Robert Schneider (re.) mit Künstlerin und Lebensgefährtin Eveline Lehner (mitte) und
Gast R. Pinter (li.) im wunderbar gestalteten gastlichen Garten in Schützen/Geb.

 

 




Robert & der Riß

von "TV" Thomas Vlassits

Robert Schneider - Unverwechselbar.Schützen am Gebirge.
Der Riß als Form des Nichts. Das Nichts ist plötzlich nicht nichts. Licht-Skulpturen aus dem leeren Raum........TV


"Von der Art her bin ich ein Erzähler!" Robert Schneider erzählt immer - zwar viel mit Worten, aber noch mehr mit Taten. Permanent unterwegs in Sachen Gestalten & Bauen. Letzte Beispiele: Der neue Bürokomplex in "seiner" Cselley Mühle; ein Riesenrelief für das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt; Lichtgestaltung für die "Days of Wine and Roses" im Taubenkobel Schützen; Lichtobjekte bei Benczak Gartencreation Siegendorf.....
Sein derzeitiger kreativer Mittelpunkt allerdings ist der Riß. "Der Riß in allen Dingen, nicht erst unter dem Mikroskop, aber hier umso deutlicher. Der Riß in Mauern; dort, wo zwei Materialien zusammenstoßen; es gibt keine glatten Flächen in der Natur und keine geraden Linien; in der emotionellen, psychologischen Annäherung oder Distanzierung zweier Menschen gibt es zahlreiche leere Räume; die Dichte eines Materials ist die Summe seiner Risse; jeder Riß ist zugleich Mitte und Grenze;..."
In diesen leeren Raum will das kreative Herz des Künstlers Robert Schneider eindringen. Hier findet er seine - sagen wir - neue Form, seine hintergründige Formgebung, und gestaltet damit seine Arbeiten. Am anfang standen die Lichtobjekte, kunstvolle Keramik in allen nur denkbaren Formen. Licht und Form kombiniert ergeben bemerkenswerte Rauminstallationen - besonders geeignet für Gärten. "Bei den Benczaks in Siegendorf konnte ich die Lichtobjekte erstmals in der entsprechenden Umgebung plazieren und präsentieren", weiß Robert Schneider von der wichtigkeit des Raumes.
Aus diesen Objekten abstrahiert Schneider den kleinsten gemeinsamen Nenner: Den Riß.
Zuerst ohne künstliche Lichtquelle. Ein sichtbar gemachter Riß wirkt selbständig, auch wenn viele Augenpaare ihn nicht sehen. Schneider fügt dann das Licht hinzu - und plätzlich entstehen unglaublich viele Formen auf und aus dem jeweiligen Material, meist Ton. Z.B.: Eine Tonkugel wird von Schneider gerissen, innen wird ein Lampe gesetzt, der Riß erstrahlt nicht nur in seiner Form sondern gibt diese in Form einer Lichtskulptur an eine gegenüberliegende Wand oder die Raumdecke weiter. Der Riß teilt sich gewissermaßen, und plötzlich sind es zwei oder drei oder noch mehr Werke - je nach Riß-Form. Robert Schneider als "Steuermann" von Licht und Form.
Überaus bemerkenswert ist auch der neue Bürokomplex in der Cselley Mühle - im Hof hinten. Der Architekturraum Burgenland erkannte in diesem Bau scharfsichtig und kompetent eine Element moderner Architektur im Burgenland. Schneider: "Bei der architektonischen Entwicklung der Mühle mußten wir immer wieder mit den mehr oder weniger - meist weniger fast gar nicht vorhandenen Geldern haushalten. Das war mühsam, aber ganz im Sinne der vorhandenen Strukturen. Hätten wir z.B. viel Geld gehabt, wer weiß, wir hätten was weggeschoben oder was immer. So mußten wir immer den Gegebenheiten folgen, Altes mit Neuem kombinieren, eine Art Grundlinie nicht zu verlassen."
Das neue Büro, eine mustergültige Verbindung von Funktionalität und Ästhetik, zeigt einmal mehr, wie weitsichtig ein Robert Schneider denkt. Bei seinen Rissen ist das ähnlich: Kombinationen ohne Ende.
Und überhaupt: Robert Schneider macht Unsichtbares sichtbar, eine künstlerische Leistung, die er immer gesucht - und jetzt wirklich auch gefunden hat.

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